Feuerwehr Bretstein

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Waldbrand in Bretstein

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Zunderholz durch Windbruch

Eine achtlos weggeworfener Zigarette war vermutlich die Ursache für den größten Waldbrand innerhalb der letzten zehn Jahre in der Steiermark: An die 1500 Feuerwehrmänner standen zwei Wochen lang im Einsatz, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Das schwierige Gelände und die extremen Bedingungen stellten dabei hohe Anforderungen an Mensch und Material.

ABI Rudolf Lobnig

undertschaften von Feuerwehrmännern aus mehreren Bezirken der Steiermark kämpften zwei Wochen gegen die ständig neu entfachenden Feuer in einem Waldteil im Bezirk Judenburg. Betroffen waren mehr als 30 Hektar Wald im Bereich des Klammgrabens in Zistl-Bretstein.
Dass sich der Brand nicht über eine weitaus größere Fläche ausbreiten konnte, wie man es von Feuerbrünsten aus Australien oder Amerika her kennt, ist ein Verdienst des flächendeckenden und engmaschigen Sicherheitsnetzes durch die freiwilligen Feuerwehren in Österreich.

SCHNELLE HILFE
So standen am 7. Mai bei Ausbruch des Brandes bereits um ca. 14.50 Uhr die ersten Löschmannschaften vor Ort. In der Nacht auf den 8. Mai kämpften rund 100 Feuerwehrmänner mit 24 Fahrzeugen gegen die Flammen. Tagsüber erhielten die Bodenmannschaften Unterstützung durch Bundesheer-Hubschrauber der Staffel Aigen. In den Nachmittagsstunden schien der Brand unter Kontrolle zu stehen und es wurde seitens der Einsatzleitung bereits leichte Entwarnung gegeben. Doch in den Abendstunden des 8. Mai kam starker Ostwind auf, der immer wieder Glutnester entfachte und neue Brandherde entstehen ließ.
Erst im November des Vorjahres war dieses Waldgebiet durch schweren Windwurf betroffen. Das Bruchholz lag teilweise noch kreuz und quer in den Steilhängen und brannte wie Zunder.

BRUCHHOLZ UND FICHTENBLÜTE
In den frühen Morgenstunden des 9. Mai wurde die Brandbekämpfung von mehr als 100 Feuerwehrmännern fortgesetzt. Im Löscheinsatz standen ferner vier Hubschrauber des Bundesheeres und zwei Helikopter des Innenministeriums.
Die Feuerwehrkräfte des Bezirkes Judenburg unter der Einsatzleitung von OBR Friedrich Quinz erhielten Unterstützung von Feuerwehren aus den Bezirken Murau und Knittelfeld. Vordringliche Aufgabe war, die zahlreichen Glutnester ausfindig zu machen und zu löschen. Im steilen und unwegsamen Gelände war diese Art der Brandbekämpfung für die eingesetzten Mannschaften äußerst kräfteraubend und gefährlich. Vor allem in der Anfangsphase des Einsatzes mussten immer wieder Löschkräfte vor rasch ausbreitenden Feuerwalzen flüchten. Etliches Schlauchmaterial wurde dabei ein Raub der Flammen. Nahrung bot dabei nicht nur das trockene Bruchholz. Durch die nur alle fünf bis sechs Jahre auftretende Fichtenblüte entfachten sich auch einzelne grüne Bäume (Blütenstaub) explosionsartig.

EINSATZ DER FEUERLÖSCH- UND BERGEBEREITSCHAFTEN
Aufgrund der anhaltenden Trockenphase ordnete Landesfeuerwehrkommandant Franz Hauptmann für 10. Mai den Einsatz der FuB-Bereitschaften der Bezirke Liezen und Leoben an. Diese Kräfte wurden dann am 11. Mai durch Einheiten der FuB-Bereitschaften Voitsberg und Bruck/Mur abgelöst. Am Montag, dem 12. Mai übernahmen dann Teile der FuB-Bereitschaften von Graz-Umgebung und Mürzzuschlag die Nachlöscharbeiten. Der 4. Befehl für den Einsatz von FuB-Bereitschaften erging schließlich noch am 13. Mai an die Bezirksfeuerwehrverbände Murau, Knittelfeld und Bruck/Mur.
Zur Unterstützung der Feuerwehrkräfte kam weiters eine Pioniereinheit des Bundesheeres, bestehend aus 50 Soldaten, vom 12. bis 14. Mai zum Einsatz. Die Hubschrauber des Bundesheeres und des Innenministeriums leisteten insgesamt 2184 Flüge (!) und transportierten dabei 1115 m3 Löschwasser.
Von den Bodenkräften wurden für die Löschwasserversorgung 5,6 km Schlauchleitungen verlegt.

TECHNISCHE HILFE AUS KÄRNTEN
Seitens des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes wurden 18 spezielle „Waldbrand-Rückenspritzen“ zur Verfügung gestellt, die sich bei den Nachlöscharbeiten bestens bewährt haben.
Die aus Kanada stammenden Rückenspritzen sind aus einem reißfesten Planengewebe gefertigt mit angenähten Tragegurten und kuppelbaren Verbindungsstücken. Mit ihnen kann man 21 Liter Wasser transportieren. Die Handpumpe lässt sich wahlweise auf Sprüh- oder Vollstrahl (12 m Wurfweite) stellen.
Vorteile des Gerätes:
* gezielte Aufbringung des Löschwassers
* keine Behinderung beim Löschwassertransport im steilen Gelände (beide Hände frei)
* leichtes Befüllen durch große Verschlussschraube
Eine weitere große Hilfe stellte das „Einsatzleitfahrzeug“ der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Leoben dar, welches vom 9. bis 14. Mai – also während der „heißen Phase“ des Einsatzes – in Zistl-Bretstein stationiert war. Die modernen EDV- und Kommunikationseinrichtungen des Fahrzeuges erlaubten eine optimale Stabsarbeit, der aufgrund der Einsatzdauer, der eingesetzten Kräfte (1500 Mann) und des vorhandenen Gefahrenpotentiales größte Bedeutung zukam.
Wie gut die eingesetzten Kräfte koordiniert und betreut wurden beweist die Tatsache, dass trotz schwierigster Geländeverhältnisse nur drei Feuerwehrkameraden leichte Verletzungen davon trugen.

„BRAND AUS“ NACH 13 TAGEN
Nach 13 Tagen setzte endlich ein von den Einsatzkräften sehnlichst erwarteter Regenfall ein und Einsatzleiter OBR Quinz konnte die Einsatzkräfte aus Zistl-Bretstein abziehen. Vorsorglich wurden die Schlauchleitungen noch weitere fünf Tage im Einsatzgebiet belassen und konnten schließlich am 24. Mai abgebaut werden.
Waldbrände dieser Größenordnung waren in der Steiermark in den Jahren 1998 (54 ha) und 1997 (35 ha), jeweils im Bezirk Bruck an der Mur, zu bekämpfen.
Auf Grund der Trockenheit herrscht derzeit in Österreichs Wäldern besonders hohe Brandgefahr. Das Entzünden von Feuern und das Rauchen im Wald ist daher zu unterlassen.
Die Trockenheit forderte schon im Vorjahr 1092 Einsätze der steirischen Feuerwehren bei Wald- und Flurbränden. Dies bedeutete gegenüber 2001 eine Steigerung von 126 Prozent!
Experten der Forstverwaltung befürchten, dass aufgrund des Klimawandels die Brandgefahr weiter im Steigen begriffen ist.
Eine genaue Analyse dieses Großeinsatzes (Abschlussbesprechung) findet erst statt, so dass BLAULICHT in einer der kommenden Ausgaben über die gewonnenen Erkenntnisse berichten wird.

Quelle: www.blaulicht.at

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. Mai 2009 um 06:45 Uhr  

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